Blog
Künstliche Intelligenz - Freund oder Feind?

 

Künstliche Intelligenz (Kurzform KI) – immer wieder stößt man auf diesen Begriff. Die eine Gruppe verteufelt KI als „bösen Jobkiller“, andere behaupten es wird unsere Arbeit erleichtern und unsere Wirtschaft beflügeln. Wieder andere haben Angst davor, dass „die Maschine“ bald schlauer ist als der Mensch und vielleicht unkontrollierbare Ausmaße annimmt wie im Blockbuster „Terminator“. Wo kann man die künstliche Form der Intelligenz überhaupt einordnen und ist diese wirklich nur reine Zukunftstheorie oder hat die Revolution vielleicht längst begonnen?

 

 

Was ist überhaupt KI?

Als KI bezeichnet man den Versuch eine menschenähnliche Form von Intelligenz nachzubilden. Sprich: einen Computer so zu programmieren, dass er eigenständig dazu in der Lage ist Probleme zu lösen. KI teilt sich in zwei Arten auf. Zum einen die Starke KI, hier spricht man oftmals vom „Menschen als Maschine“.  Bei diesem Modell soll das komplette menschliche Denken mechanisiert werden. Bei der zweiten Form der Schwachen KI, werden nur konkrete Einzelbereiche des menschlichen Denkens mittels Simulation neu angewendet. In den letzten Jahren wurden besonders im Bereich der schwachen KI bedeutende Fortschritte in der Entwicklung und Umsetzung erzielt. Wohingegen das Thema „Starke KI noch immer an ihrer philosophischen Fragestellung scheitert.

 

 

Die fünf Teilgebiete der Künstlichen Intelligenz

  1. Wissenbasierte Systeme
    Diese Form wird auch als Expertensystem bezeichnet. Hierbei wird eine Art rationaler Intelligenz modelliert. Klingt sehr abstrakt, oder? Im Grunde macht die KI nichts anderes als auf Grundlage vorformulierten Fachwissens Rückschlüsse zu ziehen und Fragen zu beantworten. Ein Anwendungsbeispiel ist zum Beispiel IBM Watson.

 

  1. Musteranalyse und Mustererkennung
    Hierbei werden bestimmte Formen erkannt und analysiert. Dies kann sowohl auf visuelle Art und Weise als auch mittels sprachlicher Intelligenz erfolgen. z.B. Handschriftenerkennung, Gesichtserkennung oder Text-to-Speech.

 

  1. Mustervorhersage
    Diese Form ist eine Erweiterung der Mustererkennung. Hierbei wird nicht nur ein bestimmtes Objekt erkannt sondern man kann z.B. in einer Bilderserie vorhersagen wo sich dieses Objekt als nächstes aufhalten wird.

 

  1. Robotik
    Die Robotik arbeitet mit manipulativer Intelligenz. Hierbei werden Systeme geschaffen, welche intelligente Verhaltensweisen von Lebewesen nachvollziehen können und später nachahmen. Diese Roboter können beispielsweise gefährliche Tätigkeiten übernehmen oder in der Produktion viel präzisere Arbeitsschritte ausführen.

 

  1. Modellierung anhand der Entropiekraft
    Dabei versucht ein intelligenter Agent seine Umgebung (Zustand X0) durch eine Handlung (Kraftfeld F) zu beeinflussen, um eine größtmögliche Handlungsfreiheit (Entropie S) in einem zukünftigen Zustand X zu erreichen.

 

 

In welchen Bereichen ist uns die Künstliche Intelligenz überlegen?

Schluss mit der technischen Theorie! Wenn wir diese Entwicklungen auf uns als Mensch übertragen. In welchen Disziplinen kann der Mensch überhaupt gewinnen?

 

Grundsätzlich teilt sich die menschliche Intelligenz in vier Teilbereiche auf:

 

–          Kognitive Intelligenz ( Erlernen von Wissen, Kombinieren und Schlussfolgern)

–          Sensormotorische Intelligenz (Sinneseindrücke wahrnehmen und kombinieren)

–          Emotionale Intelligenz (Hineinfühlen, Empathie, Mitgefühl, Trauer etc.)

–          Soziale Intelligenz (Stimmungen einer menschlichen Gruppe erkennen)

 

Im Bereich der Kognitiven Intelligenz ist bereits heute oftmals die Maschine dem Menschen überlegen. Die Künstliche Intelligenz lernt wahnsinnig schnell. Bereits im März 2016 hat die KI von Google AlphaGo den besten Go-Spieler der Welt besiegt. Go gilt als das komplizierteste Spiel der Welt. Das beeindruckende ist die extrem kurze Lernzeit. Die KI brachte sich beispielsweise in unter vier Stunden das Schachspielen bei und besiegte daraufhin das beste Schachprogramm der Welt.

 

In der Sensormotorischen Intelligenz erzielt die KI zwar enorme Fortschritte, ist aber nach wie vor dem Menschen unterlegen. Einzelne Sensoren sind dem Menschen zwar in vielerlei Hinsicht überlegen z.B. schaffen es Kameras auch den Infrarot- oder UV-Bereich wahrzunehmen. Dennoch kann der Mensch weiterhin verschiedene Sinneseindrücke besser kombinieren. Die Entwicklung zeigt jedoch, dass die KI auch in diesem Bereich in vermutlich wenigen Jahren den Menschen übertreffen wird.

 

Emotionale Intelligenz – was bereits für uns Menschen nur schwer in Worte zu fassen ist, ist noch schwerer anhand von Informatik nachzubilden. Im Gebiet der Emotionalen Intelligenz kann die Maschine bisher nur wenig leisten. Es ist ihr zwar möglich elektrische Prozesse zu simulieren oder Körpersprache zu lesen. Aber Gefühle nachzubilden, Empathie zu empfinden ist und bleibt eventuell unmöglich.

 

Der Mensch ist dank seiner emotionalen Intelligenz in der Lage Teamgeist zu empfinden und danach zu handeln. Für die Künstliche Intelligenz bislang unmöglich.

 

Muss ich die Künstliche Form der Intelligenz fürchten?

 

Aktuell ist der Mensch der Maschine also noch weit überlegen. Im Bereich der kognitiven Intelligenz hat uns die KI dank ihres enorm schnellen Wissensaufbaus bereits hinter sich gelassen. Das Rennen in der Sensormotorischen Intelligenz wird vermutlich auch die KI für sich entscheiden. In Sachen Emotionaler und Sozialer Intelligenz schneidet unsere Spezies jedoch deutlich besser ab. Müssen wir uns dennoch fürchten? Eins ist meiner Meinung nach klar: die Künstliche Intelligenz wird viele Bereiche unseres Lebens verändern. Sei es unser Job, hier wird KI viele Berufsbilder überflüssig machen. Insbesondere diese, bei denen es um reines Wissen oder das ausführen von routinierten Abläufen ankommt. Aber auch unser Privatleben wird durch humanoide Roboter, Assistenten wie Amazons Alexa und Co noch eine andere Wendung nehmen. Grundsätzlich wird es der KI jedoch nicht gelingen uns generell abzulösen. Viele Dinge, gerade Kreativität, Emotionalität etc. wird die künstliche Form der Intelligenz vielleicht nie so gut wie wir beherrschen. Also können wir uns zurücklehnen und getrost unserer positiven Zukunft entgegenblicken. Nein, auf keinen Fall! Es wird Zeit sich mit wichtigen Aspekten zu beschäftigen, welche durch den technischen Fortschritt auf uns zukommen. Wie wird sich unsere Gesellschaft verändern? Wie sieht eine soziale Absicherung in Zeiten von Millionen wegrationalisierten Jobs aus, mit welchen Bildungsinhalten sollten wir uns beschäftigen, welche Businessmodelle können mittels KI neu gedacht werden und und und! Also viele Hausaufgaben für uns alle. Aber weißt du was, ich freu mich darauf und ich hoffe du auch! Lasst es uns angehen!

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare