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Warum du das richtige Mindset brauchst?

Die Eigenschaften des menschlichen Körpers sind größtenteils vorgegeben – von der Gesichtsform bis hin zur Größe der Hände. Natürlich kann man nachhelfen, sich beispielsweise die Nase korrigieren lassen oder einen Knochen brechen. Im Großen und Ganzen sind die Möglichkeiten den eigenen Körper zu verändern jedoch begrenzt.

Doch wie steht es eigentlich mit geistigen und körperlichen Fähigkeiten –  Zeichnen, Rechnen oder Schreiben? Sind diese Fähigkeiten grundsätzlich in uns angelegt oder kann man nahezu alles lernen? Die meisten Wissenschaftler sind sich heutzutage einig: Wer es zum Starpianist bringen will, der braucht nicht nur eine gute Veranlagung, sondern muss jahrelang hart dafür trainieren. Wir Menschen haben dazu jedoch eine ganz eigene Haltung.  Je nach Selbstbild glauben wir mehr oder weniger stark an unsere Fähigkeit, zu lernen und sich zu verändern.

Man spricht je nach Einstellung von einem statischen oder dynamischen Selbstbild.

 

Statisches Selbstbild:  Meine Möglichkeiten sind in Stein gemeißelt

Menschen mit statischem Selbstbild gehen davon aus, dass ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten veranlagt sind. Entweder man ist begabt und intelligent oder aber dumm und unfähig und kann dies auch nicht maßgeblich ändern. Sogar Firmen und Organisationen haben ein statisches Selbstbild. McKinsey beispielsweise investiert hohe Beträge um die so genannten Naturtalente direkt von der Universität anzuwerben. Diese Berufseinsteiger sollen durch ihre „Anlagen“ direkt Spitzenleistung erbringen können – ohne große Einarbeitung oder Personalentwicklung.

Menschen mit statischem Selbstbild vertreten die Einstellung, dass Mitarbeiter, die heute nicht in ihrem Job aufgehen und diesen zufriedenstellend ausüben, dies auch in Zukunft nicht ändern werden. Diese Form der Selbsteinschätzung führt dazu, dass diese Menschen sich zu jeder Zeit beurteilt und unter Beobachtung fühlen. Sie müssen ständig zeigen, dass sie intelligent und qualifiziert sind. Ihrer Einschätzung nach reicht ein einziger Fehler aus, um sie dauerhaft als untalentiert und dumm abzustempeln. Um sich selbst zu schützen, sind sie permanent auf der Suche nach Bestätigung.

 

 

Dynamisches Selbstbild: Ich kann mich stetig weiterentwickeln

Personen mit einem dynamischen Selbstbild sind völlig offen was ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten anbelangt. Ihre heutige Intelligenz oder Talent ist kaum zu bestimmen und schon gar nicht für die Zukunft. Noten oder Beurteilungen sagen vielleicht etwas über den aktuellen Stand aus. Aber sie glauben daran, sich kontinuierlich weiterentwickeln zu können – durch Fleiß, stetige Arbeit und Ausdauer.

Menschen mit einem dynamischen Selbstbild geht es nicht darum, der oder die Beste zu sein oder andere zu übertrumpfen. Sie wollen sich selbst verwirklichen und immer wieder ihr Potenzial ausschöpfen. Egal ob im Beruf oder beim Sport, sie arbeiten hart und üben ausdauernd um sich immer weiter zu verbessern. Etwaiges Scheitern ist für Menschen mit dynamischen Selbstbild Teil des Spiels. Menschen mit diesem Selbstbild lernen gerne von Anderen, reflektieren sich selbst und überdenken stetig ihre Strategie. Im Sport sind sie Teamplayer durch und durch. In der Arbeit respektieren sie Kollegen und sind dankbar für deren Mitarbeit. Menschen mit dynamischen Selbstbild wollen stetig über sich hinauswachsen. Sind sie in dieser Möglichkeit eingeschränkt fühlen sie sich nicht wohl und unzufrieden. Diese Personen sehen in ausbaufähigen Talenten Chancen und haben Spaß an diesen Fertigkeiten zu arbeiten.

 

Wer oder was prägt unser Selbstbild?

Die Entwicklung des Selbstbildes beginnt mit der Geburt. Grundsätzlich kommen wir alle mit einem dynamischen Selbstbild auf die Welt. Babys wollen stetig dazulernen und jeden Tag zur Weiterentwicklung nutzen.

Ob wir dieses dynamische Selbstbild beibehalten oder zu einem späteren Zeitpunkt zum statischem Modell wechseln, hängt zum Großteil von unseren direkten Bezugspersonen wie den Eltern ab. Das direkte Vorleben derer Selbstbilder prägt die Entwicklung des Kindes. Eltern mit dynamischen Selbstbild ermutigen ihre Kinder stetig zum Lernen. Elternteile mit statischem Selbstbild ordnen ein in Richtig und Falsch, Gut und Schlecht. Schon im Alter von 3 Jahren verhalten sich Kinder entsprechend ihres Selbstbildes. In der Schule werden nun auch Lehrer zu prägenden Bezugspersonen und beeinflussen das Selbstbild des Kindes. Das bedeutet also das eigene Selbstbild ist nicht fest vorgegeben. Schon in der Kindheit kann es sich verändern und an prägende Bezugspersonen angleichen.

 

Kann ich mein statisches Selbstbild durchbrechen?

Niemand ist seinem Selbstbild also hilflos ausgeliefert. Unser Gehirn ist trainierbar. Wer beispielsweise sein statisches Selbstbild hin zu einem dynamischen Selbstbild entwickeln möchte, kann sich mit der Zeit selbst beibringen, auf diese Art und Weise zu denken. Man muss vorhandene Denkmuster durch kontinuierliches Training aufbrechen. Über seine eigenen Fehler zu reden kann hier zusätzlich helfen. Diese „Umprogrammierung“ ist kein leichter Weg. Unser Selbstbild hat lange Zeit unser Handeln und Mindset beeinflusst. Es hat uns vor Versagen geschützt, das eigene Selbstbewusstsein geprägt oder Anerkennung verschafft. Es ist auch gar nicht notwendig, sein statisches Selbstbild komplett abzulegen. In der Regel reicht es völlig aus in bestimmten Lebensbereichen dynamisch zu denken. Man kann durchaus glauben lebenslang eine Niete im Fußball zu bleiben, bei der Arbeit jedoch stetig Fortschritte zu machen. Die Annahme eines dynamischen Selbstbildes ermöglicht uns nahezu Unmögliches zu erreichen und immer weiter an uns selbst zu arbeiten. An sich eine schöne Vorstellung oder?

 

Was bedeutet das Selbstbild in Zeiten von Digitaler Transformation?

Wird in Zeiten von ständiger Veränderung und Anpassung, gelebter Feedback- und Fehlerkultur ein dynamisches Selbstbild gar zur Pflicht? Wer sich in geänderten Umfeldern nicht kontinuierlich anpasst und weiterentwickelt wird schnell abgehängt. Immer mehr Organisationen sprechen davon, eine gelebte Fehlerkultur einführen zu wollen, doch wer arbeitet eigentlich am Selbstbild der Organisation und der Mitarbeiter? Letztlich kann ein erfolgreicher Startschuss nur gelingen, wenn sowohl die Organisation als auch die Mitarbeiter in den entscheidenden Feldern über ein dynamisches Selbstbild verfügen. Dies ist ein aufwendiger und zeitintensiver Prozess. Wer glaubt, dies über Nacht realisieren zu können irrt sich gewaltig. Es lohnt sich dennoch. Eine stetige Weiterentwicklung kann nur so gelingen.

 

 

 

 

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